Alle meine Söhne

Arthur Millers Stücke „Tod eines Handlungsreisenden“ und „Hexenjagd“ stehen häufig auf dem Spielplan großer und kleiner Theater, sein Frühwerk „Alle meine Söhne“ dagegen nur selten - zu Unrecht. Die Thematik ist heute aktuell wie zur Erscheinungszeit des Stückes kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Fabrikbesitzer Joe Keller lässt wissentlich fehlerhafte Flugzeugteile an die amerikanische Armee ausliefern, da er fürchtet, andernfalls großen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden. Als er nach dem Absturz von 21 Flugzeugen zur Rechenschaft gezogen werden soll, schiebt er die Schuld auf seinen Kompagnon, der dafür zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Beide waren Nachbarn und die Familien freundschaftlich miteinander verbunden. Larry, der ältere Sohn der Kellers kehrt von einem Flugeinsatz nicht mehr zurück, Kate, die Mutter, hält aber an dem Glauben fest, er werde eines Tages nach Hause kommen, obwohl inzwischen drei Jahre vergangen sind.

Chris, Larrys jüngerer Bruder, bringt Ann, die frühere Verlobte seines Bruders mit in sein Elternhaus, um mit ihnen über seine Heiratspläne mit ihr zu sprechen. Ann ist zudem die Tochter des im Gefängnis sitzenden Geschäftsführers.

Der Besuch reißt alte Wunden auf und droht die krampfhaft aufgebaute Fassade des Familienlebens im amerikanischen Kleinstadtmilieu einzureißen.

Aus Profitgier werden moralische Grundsätze zur Seite geschoben. Die Wahrung des äußeren Scheins ist wichtiger. In Zeiten, in denen Autofirmen, Banken, Chemiefirmen und Wohnungshaie ohne Rücksicht auf Verluste und auf die Zerstörung von kleinen Existenzen betrügen und manipulieren, wird deutlich, dass sich an dieser Haltung nichts geändert hat, im Gegenteil, die Gewissenlosigkeit ist eher noch größer geworden.

Besetzung:

 

Joe Keller, Geschäftsmann   -   Stefan Schwarze

 

Kate Keller, seine Frau         -   Anja Wermke-Brandtner

 

Chris Keller, ihr Sohn           -   Hannes Jetzek

 

Ann Deever, Tochter des früheren Geschäftspartners und Verlobte von Larry   -   Severine Rösch

 

George Deever, Anwalt und Bruder von Ann     -   Marcus Klein

 

Dr Jim Balis, Arzt und Nachbar    -   André Süphke

 

Sue Balis, seine Frau      -    Karin Eickmeyer-Herrmann

 

Frank Lubey, ein Nachbar    -    Hermann Gorbahn

 

Lydia Lupe, seine Frau    -    Gesa Bleidissel

 

Spielleitung: Horst Heutmann